Mal wieder was neues

jeden Tag etwas neues lernen

Skip to: Content | Sidebar | Footer

Angst vor einem Blatt Papier

4 Februar, 2010 | Allgemein, Jahr der Taten, Kreativ

Hallo, mein Name ist Thorsten und ich habe Angst vor einem Blatt Papier!

Papier

Vielleicht gibt es viele unter euch, denen es schon einmal genau so gegangen ist. Man sitzt vor einem leeren Blatt Papier, würde gerne loslegen, aber es geht nicht!

Aus irgendeinem Grund geht es einfach nicht. Man findet einfach keinen Anfang und weiß nicht, was man machen soll.

Dabei ist es doch nur ein einfaches weißes Blatt Papier!

Als Kind kannte ich diese Probleme nicht. In der Schule habe ich mit meinem Wassermalkasten ganze Blöcke voll gemalt und hatte meine Spaß dabei. Nie kamen mir Fragen wie, wo soll ich anfangen oder was soll ich den machen, in den Sinn. Als Kind war es einfacher, man hat einfach drauf los gepinselt und hatte nicht die hohen Erwartungen etwas perfektes zu schaffen.

Waren das nicht schöne Zeiten?

Und warum ist das heute anders?

Als Kind habe ich immer gedacht, oh man, wenn ich erwachsen bin, kann und darf ich tun, was ich will. Und jetzt wo ich erwachsen bin, schaffe ich es nicht einmal, ein leeres Blatt Papier voll zu malen.

Beim heranwachsen entwickeln viele eine inner Sperre, die eine davon abhält bestimmte Dinge zu tun. Man empfindet diese Sachen einfach als kindisch oder unangebracht. Als Erwachsener gibt es so viele Dinge, die man nicht mehr kann oder einfach nicht mehr macht, weil man eben erwachsen ist. Ich beneide wirklich jeden, der diese Sperre nicht entwickelt hat und auch als Erwachsener ab und zu noch Kind sein kann.

Ich denke, es gibt nur einen Weg, wieder zu diesem Punkt der kindlichen Unbeschwertheit zurückzugelangen, man muss einfach wieder wie ein Kind handeln. Das soll jetzt keine Aufforderung sein, eure Arbeit hinzuschmeißen, das werde ich bestimmt auch nicht tun. Aber es gibt so viel Situationen im Alltag, in denen man einfach mal Kind sein kann.

Gestern in meiner Mittagspause habe ich beim Spaziergang durch den Stadtpark hier Gelsenkirchen eine letzte verbleibende Schneekugel entdeckt. Also der meiste Schnee war schon weg, und mitten auf der Wiese lag noch diese Kugel, die wahrscheinlich von irgendwelchen Kindern gemacht worden war. Da hatte ich plötzlich lust, einfach mit beiden Füßen in diese Kugel zu springen.
Eigentlich macht man so etwas nicht als Erwachsener. Erstens ist die Wiese ganz schmutzig und zweitens ist das in den Schnee springen doch eher etwas für Kinder.

Ich habs trotzdem gemacht.

Also bin ich quer über die Wiese gelaufen, zwei Meter vor der Kugel angefangen zu beschleunigen, kurz davor abgesprungen und mit beiden Beinen quer in die Kugel gekracht. Man war das ein Spaß und unglaublich befreiend!

Dabei war mir völlig egal, was andere Leute im Park darüber gedacht haben und ich habe mir bewiesen, dass es gar nichts macht, wenn man mal etwas anders tut. Mir ist dabei nichts passiert!

Zu erfahren, dass nichts schlimmes dabei ist, hat mir geholfen, am selben Abend mein erstes Bild zu malen, von dem ich in einem anderen Artikel berichten werde.

Auf diese Art versuche ich, viele Dinge wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen. Nicht mit den analytischen, vermessenden und abschätzenden Augen eines Erwachsen sondern mit den neugierigen, verspielten und freundlichen Augen eines Kindes.

Dann ist ein Blatt Papier wieder einfach nur ein Blatt Papier!

  • Share/Bookmark

No related posts.

Write a comment





Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes